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Chthonic
August 2009



Im Interview über Cradle of Filth, Religion und das neue Album "Mirror of Retribution" beantwortete Doris Yeh von Chthonic die Fragen unseres Redakteurs Dominic Türk.


Erst einmal danke, dass du dir die Zeit nimmst, ein paar Fragen zu beantworten. Da ihr in Deutschland immer noch recht unbekannt seid, möchte ich dich bitten, die Band einmal vorzustellen.
Gegründet wurde die Fünf-Man-Band Chthonic 1995 (eine Name, der aus dem Griechischen Wort für “die Geister der Unterwelt benennen” abgeleitet ist) und haben seitdem viele Werke, die sowohl die Unterwelt als auch die der Sterblichen berührt und den Verlust der nationalen Identität und die öfters turbulenten Geschichte ihres Heimatlandes als Thema hat.
Wir touren sehr oft durch Asien und haben bereits auf dem Wacken Open Air in Deutschland und an der Ozzfest-Tour in den USA im Jahr 2007 teilgenommen. Nun erscheint unser fünftes Album “Mirror of Retribution” via Spinefam Records.

Ihr habt ein einzigartiges Element in eurer Musik: Ein traditionelles Instrument. Kannst du mir etwas mehr über dieses erzählen?
Die zwei-saitige Violine nennt sich “Hena” auf Taiwanesisch. Es ist unser traditionelles Instrument, das immer bei Beerdigungen oder orientalisches Opern zum Einsatz kommt. Es klingt wie Weinen und es ist so einzigartig, dass es perfekt die tiefen, traurigen Emotionen im Inneren unserer Musik ausdrückt.

Wie viel Einfluss hat traditionelle Musik auf eure Musik?
Seitdem Taiwan durch Japan und China besetzt und unsere Kultururch Buddhismus und Taoismus beeinflusst wurde, beinhaltet unsere traditionelle Musik Elemente der Pentatonik-Skala sowie japanischer Melodien. Wir nutzen diese Eigenart in unserer Musik, vor allem auf dem neuen Album.

Ihr werdet oft mit Cradle of Filth verglichen, was nicht zuletzt am Gesang liegt. Wie fühlt ihr euch mit dieser Band verglichen zu werden?
Wir stimmen mit dieser Meinung nicht überein, aber ich denke, wir müssen dadurch. Wir wissen, dass dem nicht so ist. Wie sehen alle Instrumente, den Gesang eingenommen, als ein Konzept für unsere Geschichten. Wir fokussieren mehr auf Geschichte und Mythologie mit unvergesslichem Hass und heroischem Geist. Die Screams mag ein offensichtliches Ziel sein, weshalb die Leute so denken, aber es ist unser Weg, wie wir unser Konzept und die Emotionen unserer Songs interpretieren. Es ist so, als würde ein Gitarrist den gleichen Effekt nehmen, um unterschiedliche Emotionen in ihre Songs zu packen.

Meistens verarbeitet ihr Kultur, Helden und Tragödien Taiwans in euren Texten und nicht christliche/religiöse Motive, wie dies die meisten Black-Metal-Bands machen. Warum habt ihr den Black Metal gewählt?
Wir sehen uns eigentlich als Extrem-Metal-Band. Es gibt viele Elemente in diesem Genre, die in unser Konzept passen wie Blast-Beats, melodische Gitarren, Screams, harte Riffs, Keyboards, Folklore, etc. Dieser aggressive und viel kombinierbare Stil zieht uns an.
Auf unserem neusten Album haben wir Elemente von Thrash Metal, über Metalcore und Folk Metal bis hin zu traditioneller Musik einfließen lassen.

Wie kommt es, dass ihr euch gegen christliche/religiöse Themen entschieden habt?
Unsere Kultur ist anders als die westliche. Christen machen in Taiwan nur etwa 5% aus. Die meisten sind Buddhisten oder Taoisten. Wir haben so etwas wie Satan in unserer Geschichte nicht, nur “Geist” und “Seele”. Ein guter Song muss aus der Nahrung seiner Kultur stammen oder er hat keine Wurzel und die Wurzel ist die Seele des Songs.

Wie stehst du eigentlich zum Thema Religion?
Wenn du daran glaubst, existieren Gott und Satan, Geister etc. wirklich. Ich meine WIRKLICH. Aber wenn du nicht daran glaubst, dann ist da nichts. Es gibt weder gut noch schlecht. Es ist nur eine Wahl.

Worum geht es auf “Mirror of Retribution”?
Es geht um einen jungen Mann namens Tsing-guan. Er ist ein Medium, der in die Hölle geht, um das Buch des Lebens und des Todes von Geist King zu stehlen. Seine Absicht ist es, das Buch zu kontrollieren und die Tyrannen der chinesischen Armee (KMT) zu töten, welche Taiwan 1947 besetzen. Die KMT tötete über 100000 Taiwanesen, was wir in unserer Geschichte “228 Massaker” nennen. Die Freunde des jungen Mannes traten allen den Rebellen der 27. Brigade bei, um die chinesischen Invasoren zu bekämpfen. Tsing-guan schloss mit ihnen einen packt, dass er seine sterbliche Hülle im Keller des Sing-Ling-Tempel zurücklassen wird, sodass er in die Welt der Seelen eintreten kann und das Buch des Lebens und des Todes stehlen kann. Allerdings scheiterte er. Er wurde vom Geist King dazu verurteilt vor dem “Mirror of Retribution” (Spiegel der Strafe) zu stehen, um alle Leben, die kommen und gehen, so sehen, sodass er bis zum Ende allen Lebens leiden muss.

Wer ist für das Artwork der Platte verantwortlich?
Es ist ein Freund von mit und er lehrt jetzt Kunst an einer weiterführenden Schule. Er ist ein großer Fan von Chthonic und vielem Extrem-Metal-Bands.

Gibt es eine Verbindung zwischen dem Cover und den Texten?
Da sind verbunden Hände auf dem Cover. Es sind die des Hauptcharakter Tsing-guan, der verurteilt wurde vor dem Spiegel zu leiden.

Bei jeder Platte gab es neben dem weltweiten Release noch eine muttersprachliche Version. Wird es auch eine von “Mirror of Retribution” geben?
Ja, wir haben eine mit taiwanesischen Texten aufgenommen und die erscheint nur in Taiwan.

Ihr habt als erste Extrem-Metal-Band aus Asien auf der Ozzfest-Tour in den USA teilgenommen. Wie war es für euch?
Es war großartig. Wir hatten das verrückteste Publikum, beschissenste Wetter und viele Titten. Es ist ein großartiger Anblick für männliche Bandmitglieder. Nach diesem engen Tour-Plan hatten wir eine Menge dazu gelernt.

Auf eurer DVD “A Decade on the Throne” gehen die Leute gut auf eure Musik ab. War dies in den Staaten und als ihr auf dem WOA gespielt habt anders?
Das Publikum in den USA und in Deutschland ist noch verrückter und unglaublicher als die Taiwanesen. Im Vergleich dazu sind diese zurückhaltend.

Können wir Chthonic später dieses Jahr noch in Deutschland erleben?
Ja, unser Booking-Agent arrangiert unsere Europatour nach der Nordamerikatour im Herbst. Vielleicht gegen Ende des Jahres oder Anfang des nächsten. Ich glaube, dass wir auch in Deutschland spielen werden.

Abschließend noch eine kleine Standardfrage: Wie stehst du zum Internet (WebZines, Filesharing, etc.)?
Ich stehe dem Ganzen positiv gegenüber. Das Musikbusiness muss sich eines Tages neu ordnen, aber an dem Punkt sind wir noch nicht. Da es zur Zeit etwas chaotisch ist, bleibt mehr Platz um Neues auszuprobieren und auf die Essenz der Musik zurück zu blicken.


Fotos: Sureshotworx
Interview: Dominic Türk








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Publiziert am: 2009-08-31 (1984 mal gelesen)

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