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Feuertal Festival 2008
Wuppertal, 23.08.2008, Nachbericht



FeuertalAm 23.08.2008 fand zum fünften Mal das Feuertal Festival auf der Waldbühne Hardt in Wuppertal statt. Um 15 Uhr war der Einlass, und die Stunde bis zum Festivalbeginn konnte man sich beim Bummeln über den kleinen mittelalterlichen Markt auf dem Vorplatz vertreiben. Hier konnte man sein Outfit komplettieren und erweitern, sich den Bauch mit Met, Gerstensaft und Limonaden voll schlagen, und auch mit Flammkuchen oder Knoblauchbrot, welches das Schließen von neuen Bekanntschaften allerdings schwieriger machte.


Gegen 16.00Uhr betraten dann Rabenschrey die Bühne. Die Waldbühne war vollgefüllt, immerhin war das Festival schon Wochen vorher ausverkauft. Die Stimmung gleich zu Anfang war nicht wie bei anderen Festivals dürftig, sondern direkt bombastisch. Und noch eine Neuerung gab es: nach vier Jahren Regenfreiheit gab es einen ordentlichen Regenschauer, der bei den Temperaturen nicht allzu angenehm war.
RabenschreyRabenschrey verstanden es gut, mit dem Publikum umzugehen und sie auf Touren zu bringen. Es erklangen Songs wie „Hey, wir sind Heiden“ (das darf natürlich nie fehlen) oder „Mädelein“. Das Publikum wurde dabei immer wieder mit eingebunden, zum Mitgrölen und dergleichen aufgefordert. Es wurde auch alles mitgemacht, von wirklich allen; von der „Pommesgabel“ bis zum Dauerklatschen mit Springen. Donar war überwältigt von der Stimmung, nicht zuletzt, weil in dem „Kessel“ der Waldbühne eine unglaubliche Akustik herrschte. Ständig sagte er „Ihr seid geil!“ oder „Unglaublich“. So war es auch kein Wunder, dass das Feuertal Publikum den Publikumswettbewerb der verschiedenen Festivals bis dato gewann. Bereitwillig wurde bei „Das Järf“ eine Gasse bis zum Zelt mit dem Mischpult gebildet, und die Rufe „Odin“ und „Das Järf“ waren wohl noch in weiteren Teilen Wuppertals zu hören. Die Stimmung war wirklich toll, die Spielzeit diesmal nicht viel zu kurz, sondern nur noch zu kurz. Den Abschluss ihres Autrittes bildete „Donnerhall“, welcher kurzerhand in „Feuertal“ umbenannt wurde. Am Bühnenrand waren schon viele Helfer zu sehen, die darauf warteten, endlich die Bühne umbauen zu dürfen, aber die wurden ignoriert und die Zeit überschritten.

Schelmish Nun folgten ihnen Schelmisch. „Fett, Hässlich, Asozial“, wie man sie gewohnt ist, stürmten sie die Bühne und begannen gleich mit ihrer rockigen Musik. Sie hatten sichtlich Spaß an ihrer Musik und der übertrug sich auch aufs Publikum. Das Highlight war natürlich wieder der Strip von Luzi das L., der diesmal nicht mehr aus der Rénaissance kam, sondern zeitlich ins Mittelalter gelegt wurde. Unter tosendem Beifall ließ Luzi die Hüllen Stück für Stück fallen, wobei ich mich immer noch frage, wer sich dieses Kostüm ausgedacht hat! Der String war diesmal ein weißer Hase mit Schnurrbart. Luzi traute dieser Konstruktion nicht richtig und überprüfte beim Spielen noch ein paar Mal den Sitz. Kaum war der Song zu Ende, sprang er auch schon von der Bühne und war in Windeseile in seiner Hose, obwohl der String die ganze Zeit noch aus der Hose heraus schaute. Leider wurde hinter uns gepogt, was einige blaue Flecken brachte, da natürlich keine Rücksicht auf umstehende Leute genommen wurde. Genugtuung brachte aber der matschige Boden, auf dem die Beteiligten immer wieder ausrutschten, um im Matsch zu landen und sich einzusauten.

Dann war es Zeit fürFiddler's Green. Musikalisch fielen sie etwas aus dem Rahmen, immerhin spielten sie „nur“ Folk. Trotzdem tat es der Stimmung keinen Abbruch. Sie boten den Besuchern eine gute Show, angefangen mit einem beleibten Mann, der leider nur einen Karoponcho und darunter eine (enge) Unterhose trug. Er hätte noch eine lange Hose drüber ziehen sollen. Mit einer Stierkopfmaske posierte er, bis alle Mitglieder auf der Bühne waren und loslegten.Fiddler`s Green
Mit Songs wie „Mary's Wedding“, mit schnellen Texten, Akkordeon und einem fliegenden Geigenbogen heizten sie den Besuchern ein. Dabei war Sänger Ralf natürlich nicht fünf Sekunden an einer Stelle zu halten, ständig heizte er über die Bühne, sprang, tanzte und bot mit den anderen Bandmitgliedern eine Show, bei der garantiert keine Langeweile aufkam. Mit von der Partie waren ein Plastikschaf und der schon genannte Karomann, der munter Wasser erst becherweise und dann den ganzen Eimer über dem Publikum verteilte. Im Hochsommer mag das ja ganz witzig sein, aber bei den Temperaturen war es einfach nur unangebracht. Von dem Platzregen vorher waren wir schon durchgefroren genug, jetzt kam man der Erkältung noch einen Schritt näher. Daraufhin musste sich Gitarrist Pat „bei den Damen in der ersten Reihe entschuldigen, die mich jetzt ganz böse angucken“. Den Abschluss bildete der Song für den verstorbenen Säufer Paddy, für den etliche Male so laut wie möglich geschrien wurde, damit er beruhigt gen Himmel fahren konnte.

Subway to Sally Dann folgte erst einmal eine lange Umbaupause, es schien, als würde jedes Kabel neu verlegt werden. Neue Bühnenteile wurden aufgebaut, und die Pyros rückten aufgrund des schmalen Fotograbens (ich konnte die Setlist aus der ersten Reihe abfotografieren) in bedrohliche Nähe. Die Taschen durften nun auch nicht mehr über der Absperrung baumeln, wegen der Brandgefahr.
Zum Glück war ich schon darauf gefasst, sonst hätte ich dieses Mal einen wirklichen Schrecken bekommen, so wie der Junge neben mir, es war wohl sein erstes Konzert. Trotzdem brannte mein Ausschnitt nach der ersten Feuerfontäne noch einige Sekunden lang. Auch das Feuerspucken war hitziger als sonst, denn die Flammen schlugen weiter über das Publikum als bei der gewohnten Fotograbenbreite. So bekam ich auch den Brennspiritus von allen drei mit, es artete in eine lauwarme Dusche aus.
Eric betonte, was für eine willkommene Abwechslung dieser Auftritt sei, da man momentan teilweise 12Stunden-Tage für das neue Album aufwende. Er sprang über die Bühne, tanzte, und war nach den Songs richtig außer Atem. Die Eisblume war diesmal ein Mädchen, das den Song bei Eric auf dem Arm verbrachte, sie wurde laut umjubelt, und auch die Bandmitglieder waren sichtlich von ihr angetan. Mit der weißen Rose verließ sie dann die Bühne wieder in die Arme ihrer Mutter.
Songs wie „Falscher Heiland“ und „Sabbat“ schlugen richtig ein. Eric versprach ein paar Jungs aus dem Publikum ein Geschenk, weil sie den ganzen Song durchgesprungen sind. Subway To Sally waren heute auch die einzige Band, die einen ruhigen Song, „Wehe Stunde“, spielten. Nur mit Ingo und Eric auf der Bühne, das Publikum lauschte und einige sangen mit. Danach wurde es noch einmal richtig laut, natürlich durfte „Auf Kiel“ nicht fehlen, für die das Publikum aus NRW noch einmal einen besonderen Dank bekam. Gegen 22 Uhr mussten sie dann auch aufhören, da die Waldbühne in einem Wohngebiet liegt. Als Zugaben gaben sie „Veiztanz“ und „Julia und die Räuber“ zum Besten, und als die Gesänge immer noch nicht verstummten, spielten sie als allerletzten Song „Fatum“.

Hier noch mal die Setlist:
Caticuum Satanae
Hohelied
Puppenspieler
Die Trommel
Eisblumen
Falscher Heiland
Sabbat
Feuerland
Wehe Stunde
Meine Seele brennt
Auf Kiel
Tanz auf dem Vulkan
Henkersbraut
Kleid aus Rosen
Sag dem Teufel
Ohne Liebe
Sieben

Zugaben: Veiztanz
Julia und die Räuber
Fatum

Feuertal Natürlich war das Geschehen damit noch nicht ganz zu Ende. Die Bands standen noch für Fragen, Gespräche und Autogramme zur Verfügung, man konnte noch ein letztes Bier genießen oder mit den Verkäufern um die letzten Knoblauchbrote feilschen. Es wurde nicht rigoros ausgefegt, der Vorplatz stand noch so lange offen, wie man dort bleiben wollte. Gegen Mitternacht verließen wir dann auch die Waldbühne, um nach einem Abstecher zum goldenen M den Zug nach Hause zu nehmen.
Das diesjährige Feuertal war ein voller Erfolg, trotz des Wetters und der Pogo. Ich bin mit Sicherheit nicht die einzige, die blaue Flecken und Nackenschmerzen davonträgt und ein oder zwei Tage auf die Wiederkehr ihrer Stimme warten muss.


Text: Simone Grigar
Fotos: Svenja Reiner








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Publiziert am: 2008-09-09 (1990 mal gelesen)

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